Nachfolgend stellen wir
Ihnen unsere Weine vor, wobei wir uns erlauben, Sie vorab über die
einzelnen Kategorien etwas ausführlicher zu informieren. Einen breiten
Raum in unserer Angebots-Palette neben dem Brunello di
Montalcino nimmt der Chianti Classico ein:
Der Chianti Classico
Das Gebiet
Das
klassische Anbaugebiet des Chianti Classico erstreckt sich in ein genau
festgelegtes Gebiet zwischen den Hauptstädten der beiden Provinzen Florenz
und Siena, eingeschlossen die Gemeinden Castellina, Greve, Gaiole, Radda in
Chianti, außerdem zum Teil Castelnuovo Berardenga, Barberino Val d'Elsa,
Poggibonsi, San Casciano, Val die Pesa u.a., insgesamt ca. 70.000 Hektar.
Das Klima
Unter "Terroir"
versteht man das Zusammenspiel von Mikroklima, Bodenbeschaffenheit und
Topographie im Anbaugebiet, den Lebensraum der Rebe, der für die
Qualität der Trauben entscheidend ist. In der Toskana herrscht
kontinentales Klima vor mit Minustemperaturen bis - 5 Grad (in manchen Wintern
auch darunter) und trockenen, heißen Sommern mit plus 35 Grad und mehr.
Aufgrund der Höhenlagen von größtenteils 250-600 m (in den
Chianti-Bergen auch über 800 m) haben die Hänge einen optimalen
Sonneneinfallswinkel. Die dadurch entstehenden beachtlichen
Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht erweisen sich als besonders
wertvoll für die Aromabildung.
Der
Boden Die
Böden sind von unterschiedlicher Beschaffenheit und nehmen
selbstverständlich - wie das Klima - Einfluß auf die Qualität
der Trauben. So finden wir z.B. in Greve in Chianti und in niedrigeren Lagen
lehmig-kalkige Schichten, dagegen Sandstein auf den Kämmen der
Chianti-Berge, Tuffstein in Castelnuovo Berardenga, Alberese in San Casciano
und in den zentralen und südlichen Zonen. So bringt kalkreicher Boden, wie
er im hügeligen Chianti-Classico-Gebiet der zentralen Toskana vorherrscht,
saftige, fruchtige Weine hervor. Im wärmeren, südlichen Teil der
Toskana beispielsweise enthalten die Trauben weniger Saft, weil sie sich mit
dickeren Häuten schützen. Dadurch werden die Weine konzentrierter,
alkohol- und gerbstoffreicher, die Lage des Weinbergs spielt eine etwas
kleinere Rolle. Wie sich hier im kurzen andeutet, ergeben sich durch diese
unterschiedlichen Ausgangslagen Vor- oder Nachteile für die
unterschiedlichen Rebsorten, was alles von den Weinbauern bedacht werden
muß.
Der Wein
Für den
Chianti Classico sind vier Rebsorten vorgeschrieben, zwei rote Sorten: der
Sangiovese, der 75-90 %, und der Canaiolo, der 5-10 % des Chianti Classico
ausmachen soll. Der Anteil der zwei weißen Sorten Trebbiano und Malvasia
soll insgesamt zwischen 2 und 5 % ausmachen. Erlaubt sind Zusätze bis zu
10 % von weiteren, nicht klassischen Chianti-Sorten wie Cabernet Sauvignon oder
Merlot. Für den Jahrgangswein ist ein Mindestalkoholgehalt von 12 %,
für die Riserva von 12,5 % vorgeschrieben. Die Mitglieder des
Schwarzen-Hahn-Konsortium halten freiwillig dem 1. Juni oder ein noch
späteres Datum nach dem Erntejahr zur Freigabe für den Handel ein, um
dem Verbraucher die Balance aller vorgeschriebenen Komponenten zu garantieren.
Das Etikett
Das Etikett
ist die Visitenkarte des Weines, das zum einen ästhetisch ansprechen (was
Geschmackssache ist), zum anderen das Wiederfinden möglich machen soll.
Und natürlich erfährt man Wissenswertes über den Inhalt:
Appellation, Name des Weines, der oft mit dem des Betriebes übereinstimmt,
aber auch ein Phantasienamen sein kann, Alkoholgehalt, Jahrgang. Die Hinweise
sind gesetzlich vorgegeben. Ein wesentliches Merkmal auf dem Flaschenhals ist
der Schwarze Hahn (Gallo Nero): mit roter Umrahmung kennzeichnet er einen
Chianti Classico, mit goldener Umrahmung einer Chianti Classico Riserva. So ist
der Chianti Classico aus dem klassischen Anbaugebiet leicht von den anderen
Chianti zu unterscheiden. Einen Chianti, der nicht aus dem Chianti-Classico-Gebiet stammt,
bezeichnet man als Chianti putto. Er kann von ebenso guter Qualität sein
wie ein Chianti Classico und zur DOCG-Klasse gehören. In einem Konsortium
zusammengefaßt - ähnlich dem Chianti-Classico-Konsortium -
existieren noch sechs weitere Zonen mit den folgenden Ursprungsbezeichnungen:
Chianti Colli Aretini, Chianti Colli Fiorentini, Chianti Colli Pisane, Chianti
Colli Senesi, Chianti Montalbano, Chianti Rufina. Sie tragen einen rosa Putto
auf dem Flaschenhals.
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Nachstehend folgen im einzelnen die sechs weiteren bedeutenden an das
Kerngebiet des Chianti Classico angrenzenden Chianti-Regionen:
Chianti
Colli Aretini Gebiet östlich der Chianti-Classico-Kernzone nahe
der Provinz Arezzo an den Abhängen des Valdarno. Hier werden beachtliche,
frische, wohlduftige Chianti von guter Qualität erzeugt.
Chianti
Colli Fiorentini Nördlich des Chianti-Classico-Gebietes gelegene
Hügellandschaft um Florenz im Arnotal. Aus diesem Gebiet kommen einige
ausgezeichnete Chianti außerhalb des Chianti Classico, die mit den dort
erzeugten Weinen in ihrer erstklassigen Qualität auf einer Stufe stehen.
Chianti Colline Pisane Hügellandschaft südlich des Arno
zwischen Pisa und Volterra, das westlichste Gebiet des Chianti, in dem mildes,
maritimes Klima vorherrscht. Hier werden meist leichtere, weiche, aber durchaus
ansprechende und gute Weine erzeugt.
Chianti
Colli Senesi In der reizvollen Landschaft um Siena bis südlich
von Poggibonsi werden von einigen Erzeugern Chianti angeboten, die man zu den
besten außerhalb der Kernzone zählt.
Chianti Montalbano In dem kleinen Bezirk westlich von Florenz und
südlich von Pistoia wird ein meist fruchtiger, weicher Chianti von guter,
teils sogar ausgezeichneter Qualität erzeugt. Hier entsteht auch der
bekannte DOC-Wein Carmignano, der von beachtlicher Güte sein kann.
Chianti
Rufina Nordöstlich von Florenz liegt die Stadt Rufina am Sieve,
einem Nebenfluß des Arno. Auf den Hügeln der Umgebung sind einige
der besten Chiantilagen, der dort geschaffene Wein kann dem Vergleich mit
Erzeugnissen aus der Chianti-Kernzone standhalten. Der Boden und das Klima sind
dem im Chianti-Classico-Gebiet sehr ähnlich. Es wird von einigen
Gütern ein bemerkenswerter, teils hervorragender Chianti angeboten, der
auch im Verhältnis Preis/Leistung von Interesse ist. |
Weitere
berühmte Weine bzw. Weingebiete sind: der Brunello di
Montalcinound der Vernaccia di San
Gimignano
Der Brunello di Montalcino
Der Brunello di
Montalcino gehört zu den berühmtesten und wertvollsten Weinen
Italiens. Er ist einer der interessantesten und bemerkenswertesten Rotweine der
Toskana. Für Experten und Weinliebhaber in aller Welt ist er zum Begriff
eines grandiosen Weines geworden, der sich durchaus mit seinen großen
französischen Konkurrenten messen lassen kann.
Der Brunello wird
südlich von Siena in der Umgebung der Stadt Montalcino erzeugt, einer
hügeligen Landschaft zwischen den Flüssen Orga, Ombrone und Asso und
profitiert dort vom typischen Mittelmeerklima, dem eigentlichen Geheimnis
seiner Qualität. Hier im tiefen Süden der Toskana bildet Montalcino
das Tor zur Maremma, dem heissesten Teil der Toskana. Die Temperaturen sind
deutlich höher als in anderen Sangiovese-Anbaugebieten. Die Hitze wird
jedoch gemildert durch die Höhe und die Winde, die vom Tyrrhenischen Meer
heraufwehen und während der Hitzemonate für Kühlung und
Ventilation sorgen. Das Sonnenlicht kann sich in diesem hügeligen, nach
allen Seiten offenen Gelände ungehindert ausbreiten. Der Brunello gelangt
bei diesen idealen Bedingungen zur perfekten Reifung, die Kombination von
Wärme und Licht verleiht ihm seine Fülle und Intensität.
Traditionell wird er aus einer einzigen Traube, der Brunello genannten
Sangiovese grosso gewonnen. Der Brunello darf erst nach vierjähriger
Lagerung - davon 3 ½ Jahre im Eichen- oder Kastanienfaß - in den
Handel gebracht werden. In dieser Zeit findet ein bemerkenswerter Prozess der
Harmonisierung statt. Nach 5jähriger Lagerung darf er das Prädikat
Riserva führen. Weine mit ein- bis zweijährigem Faßlager kommen
als Rosso di Montalcino auf den Markt.
Der Brunello di Montalcino
gilt als einer der lagerfähigsten und haltbarsten Weine der Welt. Seinen
Reife-Höhepunkt erreicht er in der Periode zwischen dem 6. und dem 15.
Jahr.
Der Brunello besitzt einen
reichen und bezaubernden Duft, der an Veilchen erinnert. Seine Konstitution ist
kraftvoll, körperreich, der Geschmack trocken und warm und "in jungen
Jahren" auf Grund seines hohen Tanningehaltes zart bitter, mit zunehmendem
Alter wird er immer geschmeidiger und runder. Er ist einzigartig in seiner
geschmacklichen Qualität, von vornehmem Charakter, kraftvoll und wegen
seiner Fülle, Üppigkeit und Größe außerordentlich
lange haltbar. Der Gesamteindruck des Brunello ist der von Rasse, samtiger
Fülle und außergewöhlicher Eleganz, ausgestattet mit
ansprechender Farbe, ausdrucksvollem Duft und einem üppigen Reichtum an
Geschmacksstoffen. Er gilt als der Aristokrat unter den italienischen Weinen,
vielleicht sogar als der kostbarste Wein Italiens.
Vino Nobile di Montepulciano
Montepulciano, 600 m hoch
gelegene "Perle des Cinquecento", ist mit seinen Bauwerken aus der Renaissance
eine der schönsten Städte der Toskana. Von hier kommt der
berühmte Vino Nobile di Montepulciano, der Wein mit der wahrscheinlich
ältesten Tradition aller toskanischen Rotweine. In historischen Dokumenten
wird er schon im 15. Jahrhundert genannt, und von Sante Lancerio, dem
Mundschenk Papst Pauls III. im Jahre 1549 als perfekter Wein, "vino
perfectissimo" gerühmt. Die Liste seiner Anhänger führen keine
geringeren an als Voltaire und Dumas, die ihn in ihren Werken namentlich
nennen. Um so erstaunlicher, dass dieser Wein bei vielen Weinkennern nicht das
Interesse eines Chianti Classico oder eines Brunello genießt, obwohl er
bei hervorragender Qualität bei weitem nicht deren Preisniveau
erreicht.
Das Anbaugebiet mit seinen
lehm- und sandhaltigen Böden erstreckt sich auf die Hügelzone um
Montepulciano, das sich vom Klima her wesentlich von der Chianti-Classico-Zone
und selbst von der nur 30 km entfernten Brunello-Zone unterscheidet. Nahe an
Umbrien gelegen, im südlichsten Teil der Toskana, sind die Sommer sehr
warm und die Nachttemperaturen höher als in den anderen Gebieten, was die
Weine früher reifen lässt und sie alkoholreicher macht.
Hergestellt wird der Vino
Nobile hauptsächlich aus der Prugnolo Gentile genannten
Sangiovese-Grosso-Traube, ergänzt durch Canaiolo Nero, der ihm die Strenge
nimmt und durch Mammolo, der aus alter Tradition zum reichen Bukett beitragen
soll. Erlaubt, wenn auch heute kaum noch verwendet, sind außerdem
Trebbiano und Malvasia u.a. in kleineren Zugaben. Hieraus wird deutlich, warum
der Vino Nobile di Montepulciano eigentlich nicht mit dem Montepulciano
d'Abruzzo verwechselt werden kann, was gelegentlich geschieht: der
Montepulciano d'Abruzzo besteht nämlich größtenteils aus der
Rebsorte Montepulciano, die in den Abruzzen und den Marken wächst und
einen kräftigen Wein von dunkelvioletter Farbe ergibt, der sich nicht mit
dem Vino Nobile vergleichen lässt .
Der Vino Nobile di
Montepulciano ist ein DOCG-Wein, der mindestens 2 Jahre lagern muß. Nach
3jähriger Lagerung darf er sich Riserva nennen. Trinkreif ist er zwischen
dem 3. und 6. Jahr, Spitzenweine können bis zu 15 Jahre gelagert werden.
Der Mindestalkoholgehalt eines Vino Nobile muß 12,5% betragen.
Ein guter Vino Nobile ist
von intensiv granatroter Farbe, die dunkler wird und im Alter ein
kräftiges Orange erreichen kann. Sein Duft erinnert zart an Veilchen, im
Geschmack ist er trocken und leicht tanninhaltig, fruchtig und rassig, dabei
rund und samtig. Im Abgang ist ein angenehm leichter Bitterton typisch.
Der Vino Nobile di
Montepulciano braucht die toskanische Konkurrenz nicht zu scheuen. Die
Kombination von Tradition, moderner Önologie und angenehmer
Preisgestaltung macht ihn auch heute zu dem Wein, den Francesco Redi in seinem
berühmten Gedicht aus dem Jahre 1685 mit den Worten preist: " Der
Montepulciano ist der König aller Weine".
Vernaccia di San Gimignano
Eine der bekanntesten
Städte der Toskana ist das auf einem Hügel gelegene, mit seinen
berühmten Türmen weithin sichtbare mittelalterliche San Gimignano.
Auf den weitläufigen Hängen seiner Umgebung wächst der nicht
minder bekannte und berühmte Vernaccia, der zu den besten Weißweinen
dieser Region und vielleicht sogar ganz Italiens zählt. Der Wein wird
reinsortig aus den Trauben der Vernaccia-Traube gewonnen, die schon seit 800
Jahren bekannt ist. Es ist überliefert, daß der Vernaccia der
Lieblingswein Michelangelos und anderer berühmter Künstler der
Renaissance war. Der Vernaccia mit seiner klaren goldgelben Farbe ist von
ungewöhnlicher Rasse, er besitzt ein feines und einprägsames Bukett,
schmeckt sehr frisch und ausgewogen. Besonders faszinierend ist sein leicht
herber, erdiger Nachgeschmack. Der Vernaccia sollte jung getrunken werden, er
kann aber auch einige Jahre liegen. Nach 1jähriger Faßlagerung beim
Erzeuger darf er den Zusatz Riserva führen.
Außerhalb
der Toskana haben wir in Venetien das Weingebiet Valpolicella mit folgenden
bemerkenswerten Weinen entdeckt:
Valpolicella
Valpolicella
bezeichnet ein Weinbaugebiet , das in den Bergen nördlich von Verona
gelegen ist und 19 Gemeinden umfaßt. Ähnlich wie beim Chianti legen
die DOC-Bestimmungen die Anbaugebiete für Valpolicella-Weine fest, ebenso
gibt es auch hier unterschiedliche Qualitäten.
Valpolicella
Classico
Der Classico-Bereich
beschränkt sich auf die westlichsten Gemeinden Negrar, Marano, Fumane, San
Pietro in Cariano und Sant'Ambrogio di Valpolicella.
Valpolicella-Valpantena
Weine mit dieser
Bezeichnung stammen aus einem begrenzten Gebiet nördlich von Verona, das
die Gemeinden Alcenago, Rosaro und Azzago einschließt. Ein
Valpolicella-Wein ohne eine dieser Bezeichnungen stammt aus dem übrigen
Valpolicella-DOC-Gebiet rings um die Classico und Valpantana-Zone, die sich
nordöstlich bis zum Val d'Illasi und zur Grenze des Soave-Gebiets
hinzieht. Alle genannten Valpolicella-Weine wie auch der noch zu
beschreibende Recioto und der Amarone werden hauptsächlich aus folgenden
Traubensorten hergestellt: 40 - 70 % Corvina veronese, 20 - 40 % Rondinella, 5-
25 % Molinara. Außerdem sind noch kleinere Anteile von Rossignola,
Negrara, Berbera und Sangiovese zur besseren Akzentuierung zulässig.
Der Valpolicella ist einer der bekanntesten Rotweine des Veneto. Ist er von
guter Qualität, gehört er zu den elegantesten, leichten Weinen
Italiens. Die Farbe ist rubinrot, das Bukett fruchtig und erinnert an Kirschen.
Der Geschmack ist geschmeidig, voll, harmonisch, kann trocken oder auch etwas
süßlich sein, den Abgang bildet ein leichter Bittermandel-Geschmack.
Das Prädikat Superiore bezeichnet eine anspruchsvollere Qualität, der
mindestens 1jährige Faßlagerung und 12 % Alkohol aufweisen
muß.
Recioto della
Valpolicella
Nach einem
speziellen Verfahren wird aus den gleichen Trauben wie des Valpolicella ein
ganz besonderer, in dieser Gegend sehr beliebte Wein hergestellt: der Recioto.
Die Trauben werden etwas früher gelesen, sie werden sorgfältig nach
Reife ausgesucht, gereinigt und in trockenen, gut durchlüfteten
Räumen auf Holzrosten ausgelegt. So entsteht ein stärker
konzentriertes Aroma und mehr Zuckergehalt. Erst nach 6-7 Wochen, oftmals erst
nach Weihnachten wird gekeltert, um eine hochkonzentrierte Süße zu
erreichen. Im neuen Jahr werden die Trauben einem langsamen
Gärungsprozeß unterzogen. Um den vorhandenen Restzuckeranteil
beibehalten zu können, wird dieser Prozeß abgebrochen und der Wein
abgezogen und filtriert. Der Recioto hat eine ausgezeichnete
Lagerfähigkeit. Er ist vom 2. Bis zum 10. Jahr gut trinkbar, gute
Jahrgängen halten sich auch noch länger. Den Reifehöhepunkt hat
er zwischen dem 3. Und 8. Jahr. Sein Alkoholgehalt muß mindestens 12 %
betragen, in der Regel hat er zwischen 14 und 17 %. Der Recioto hat eine
kräftig granatrote Farbe, er ist ein Wein mit ausgeprägtem Bukett und
kraftvollem, üppigen Körper, von lieblicher Süße und
Harmonie, mit vollmundigem, dabei sanftem und mildem Geschmack.
Amarone
Der Amarone wird seit
Jahrhunderten nach mehr oder weniger demselben Verfahren hergestellt, doch ist
er erst mit dem außerordentlichen Jahrgang 1990 so berühmt geworden
wie beispielsweise der Barolo oder der Brunello. Er ist ein einmaliger Wein,
den Kenner für einen der besten Rotweine Italiens halten. Seine Existenz
hat der dem Recioto zu verdanken. Wird dieser trocken ausgebaut, d.h. der im
Most enthaltene Zucker wird mit Hilfe einer verlängerten Gärung fast
vollständig in Alkohol umgewandelt, so entsteht der Amarone. Er ist ein
fast trockener Wein mit einem Restzuckergehalt von nur 0,4 %. Es entsteht ein
sehr langlebiger, trockener, rassiger Wein, der trotz seines starken Charakters
und Alkoholgehalts von mindestens 14 % eine reizvolle Süße, samtige
Eleganz und Fruchtigkeit ohne jede Strenge vermittelt. Seine Farbe leuchtet
intensiv rubinrot, der Duft ist weich und warm, der Geschmack erinnert an
Sauerkirschen, Himbeeren, Veilchen und Zimt in einem ganz harmonischen
Zusammenklang.
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